Das sichere Passwort

In verlässlicher Regelmäßigkeit informieren Studien über die beliebtesten Kennwörter und deren Sicherheitslevel. Erschreckenderweise fällt das Urteil stets ähnlich negativ aus: Die Sicherheit der beliebtesten Passwörter liegt weit unter dem Standard.

Obwohl alljährlich die mangelhafte Sicherheit von Kennwörtern an den Pranger gestellt wird, bleibt ein Lerneffekt aus und Nutzer vertrauen nach wie vor lieber auf ihr Glück.
In der Bundesrepublik Deutschland zählen beispielsweise diese zehn simplen Vertreter zu den beliebtesten Passwörtern:

  • Hallo
  • passwort
  • hallo123
  • schalke04
  • passwort1
  • qwertz
  • arschloch
  • schatz
  • hallo1
  • ficken

Zusätzlich warnen Experten davor, die Namen von Familienmitgliedern, Haustieren, Freunden, Lieblingsstars oder aber die Geburtsdaten selbiger für ihre Passwortkreationen zu verwenden. Gleiches gilt für Wiederholungs- oder Tastaturmuster sowie Eintragungen aus Wörterbüchern oder Lexika. Kriminelle verfügen mittlerweile über Tools, welche in Sekundenschnelle diese Möglichkeiten überprüfen.

Selbstverständlich gebraucht nicht jeder Nutzer eine von diesen Varianten, aber sichere Passwörter wachsen nicht an Bäumen, sondern verlangen Nutzern gewisse Kreativität ab. So kommt es häufig vor, dass kompliziertere Passwörter gerne für mehrere Zwecke und über einen längeren Zeitraum genutzt werden.

Die hohe Kunst der Passworterstellung

Die Kreation eines starken Passwortes ist somit eine Kunst für sich – gleichzeitig sollte aber auch klar sein, dass unknackbare Passwörter ein Produkt der Fantasiewelt bleiben. Mit ausreichend Zeit und vor allem genügend Rechenleistung lässt sich jedes Passwort entschlüsseln. Die Aufgabe eines Passwortes besteht somit nicht nur darin, unautorisierten Zugriff zu verhindern, sondern diesen Zugang maßgeblich zu erschweren und Zeit zu schinden. Je mehr Zeitaufwand mit einem digitalen Einbruch verbunden ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass Kriminelle von ihrem Vorhaben ablassen. Der Umkehrschluss lautet also: Je geringer der Aufwand, desto schneller winken Erfolg und Profit.

Mit diesen Hilfestellungen kreieren Sie ein starkes Kennwort:

  • Setzen Sie ihrer Kreativität keine Grenzen
  • Verwenden Sie keine vollständigen oder gebräuchlichen Worte, sondern tauschen Sie lieber einzelne Buchstaben gegen Sonderzeichen und Zahlen aus.
  • Die Kreation sollte sich nicht nur am Alphabet orientieren, sondern auch Ziffern und Sonderzeichen enthalten.
  • Hilfreich ist zudem die Variation von Groß- und Kleinschreibung. Umlaute sollten Sie dagegen aus ihrem Repertoire entfernen.
  • Ein vernünftiges Passwort sollte zudem aus mindestens acht unterschiedlichen Zeichen bestehen. Eine Ausnahme stellen dagegen die Verschlüsselungsverfahren für kabellose Netzwerke – WPA/WPA 2 – dar, da hierfür mindestens 20 Zeichen erforderlich sind.
  • Ändern Sie in regelmäßigen Abständen ihre wichtigsten Passwörter.

Ein starkes Passwort besteht somit aus einer rein zufälligen Zeichenfolge, welche sämtliche Zeichen und Sonderzeichen enthält und nur bedingt merkbar ist. Um dem Vergessen vorzubeugen, können sie sich natürlich eine Eselsbrücke konstruieren – kreieren sie beispielsweise aus den verschiedenen Zeichen einen Satz.

Passwort-Manager sorgen für Abhilfe

Wer das Sicherheitslevel seines Passwortes überprüfen möchte, sollte niemals auf dubiose Passwort-Tester-Websites zurückgreifen. Die Eingaben können mit Leichtigkeit von Dritten sowie den Seitenbetreibern eingesehen und gesammelt werden. Mit Hilfe der IP-Adresse sowie weiteren übermittelten Informationen können Kriminelle den Weg zu vorhandenen Accounts des Nutzers rekonstruieren und diese mit Leichtigkeit knacken.

Eine gute Hilfe stellen dagegen Passwort-Manager dar, welche in der Regel über einen Passwort-Generator verfügen. Zudem ist häufig ein Passwort-Tresor an Board, welcher sämtliche Kennwörter speichert und bei Bedarf relevante Informationen in die jeweiligen Felder einträgt. Lediglich das Masterpasswort müssen Nutzer kreieren und sich merken.